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Körperbau

Heuschrecken haben eine lang gestreckte, an den Seiten etwas abgeplattete Körperform, einen breiten, sattelartigen Halsschild, einen relativ großen Kopf, der sich etwas zu den Seiten streckt und vor allem als hinterstes Beinpaar sehr kräftige Sprungbeine. Wegen der im Vergleich zu anderen Heuschreckenarten untypischen Körperform werden die Grillen allgemein nicht auf den ersten Blick als Heuschrecken erkannt. Die Körpergröße der Insekten reicht von 0,14 Millimeter bei einer Erzwespen-Art bis zu etwa 35 Zentimeter bei einer Gespensterschrecken-Art.


Andere Tiere, Feinde und potenzielle Geschlechtspartner nehmen Heuschrecken sowohl über den Seh- und Hörsinn wahr, als auch über Bodenerschütterungen. Ihr relativ gutes Hörorgan sitzt nicht etwa im Kopf, sondern bei den kurzfühligen Knarr- und Feldschrecken an beiden Seiten der ersten Bauchplatte. Langfühlerschrecken hören mit den Vorderbeinen, die unter den Knien zwei Schlitze haben, hinter denen sich das Trommelfell verbirgt. Neben dem Hörorgan besitzen sie auch ein Organ, mit dem sie aus großer Distanz Erschütterungen verspüren. Durch Ausrichten ihrer Beine kann eine Langfühlerschrecke die Schallquelle orten.


Heuschreckenkörper bestehen wie bei allen Insekten aus drei Abschnitten: Kopf, Brustabschnitt und Hinterleib. Die Mundwerkzeuge am Kopf sind nicht wie bei anderen Insekten zu Stech- oder Saugapparaten weiterentwickelt worden, sondern Beißwerkzeuge. Heuschrecken haben ein Paar Oberkiefer (Mandibeln) zum Abbeißen der Nahrung, ein Paar Unterkiefer (Maxillen) zum Zerkleinern der Nahrung und eine Unterlippe, das Labium. Unterkiefer und Unterlippe haben lange Taster, die Palpen, die dem Festhalten und Abtasten der Nahrung dienen. Man kann sie zuweilen spüren, wenn man eine Heuschrecke auf die Hand nimmt.


Die Insekten haben zwei verschiedene Augentypen: die Komplex- oder auch Facettenaugen, die in großer Zahl wie ein Raster aus Einzelaugen links und rechts am Kopf sitzen und drei punktförmige Einzelaugen, die Ocellen. Sie sitzen an der Kopfvorderseite und dienen hauptsächlich als Messgerät für die Lichtstärke, beispielsweise in der Dämmerung. Dank der Facettenaugen können Heuschrecken schnelle Bewegungen um einiges besser wahrnehmen als der Mensch und haben durch die Wölbung der mehreren tausend Einzelaugen ein größeres Blickfeld. Das macht sie nicht nur zu gefährlichen Jägern, sondern auch zu schnell reagierenden Beutetieren.
Mit den Fühlern am Kopf ertasten die Heuschrecken ihre Umgebung. Wegen ihrer unterschiedlichen Länge unterscheidet man Langfühlige und Kurzfühlige Heuschreckenarten.
Der Thorax (Brustkorb) besteht aus drei Segmenten und trägt wie bei allen Insekten die sechs Laufbeine und - soweit vorhanden - die beiden Flügelpaare. Die drei Beinpaare sind von unterschiedlicher Länge. Das vordere und das mittlere Beinpaar sind etwa gleichgroß und ähnlich proportioniert wie bei Käfern von gleicher Körperlänge. Das hintere Beinpaar verleiht den Heuschrecken allerdings ihre enorme Sprungkraft, die einigen Arten bei Absprung mit dem tausendfachen ihres Körpergewichts beschleunigt. Die Hinterbeine werden von einigen Kurzfühlerschrecken für ihre typischen Gesänge genutzt, indem sie mit ihnen über ihre Flügel streichen.


Die Vorderflügel liegen schmal und relativ fest über den Hinterflügeln. Den Entomologen dient ihre Äderung zur Artbestimmung. Die weicheren Hinterflügel ruhen schmal zusammengefaltet unter den Vorderflügeln und werden nur im Flug aufgefächert. Bei manchen Arten sind sie auffällig rot oder blau und dunkel gerändert.
Die Flügel anderer Heuschreckenarten sind zurückgebildet und nicht mehr funktionsfähig oder gar nicht mehr vorhanden, wie beispielsweise bei den meisten Arten der Maulwurfsgrille. Viele der flugunfähigen Arten wie Roesels Beißschrecke können unter bestimmten Umständen langflügelige Nachkommen hervorbringen, um ihre Art schneller zu verbreiten.
Die Spitze des Hinterleibs ermöglicht das Unterscheiden der Geschlechter. So besitzen die Weibchen eine Legeröhre mit vier Klappen in je nach Art unterschiedlicher Ausprägung und Beweglichkeit.
Die Männchen besitzen runde oder spitze Hinterleibe. Die an den Seiten der Hinterleibs-Enden sichtbaren Dornen (Cerci) spielen bei der Paarung eine große Rolle und sind wegen ihrer auffälligen Unterschiede nützliche Merkmale für die Artbestimmung.

 
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