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Heuschrecken-Arten


Für viele Menschen ist der Sommer erst perfekt, wenn die Heuschrecken ihr Konzert beginnen. Mit Zirpen, Schnarren, Klicken und Knarren werden mal leiser und mal lauter, mal melodiös, mal schrill Weibchen bezirzt oder Rivalen vertrieben. Bislang wurden 86 Heuschreckenarten in Deutschland nachgewiesen und biologisch bestimmt. Die Artenvielfalt nimmt wie bei den meisten anderen Tier- und Pflanzengruppen stark zu, je weiter man in den Süden kommt. So gibt es bereits in Österreich rund 130 Heuschreckenarten. Mehr als die Hälfte dieser Arten ist nur noch selten anzutreffen oder befinden sich in schwindender Population. Sie stehen daher auf der Roten Liste der gefährdeten Tiere und Schutzmaßnahmen sind dringend erforderlich.


Zwar hüpfen Heuschrecken rasch davon und verschwinden mit einem Sprung im hohen Gras, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen, mit Schreckhaftigkeit hat ihre Bezeichnung jedoch nichts zu tun, sondern sie leitet sich von „scricken“ ab, dem althochdeutsche Wort für „springen“. Keine andere Insektengruppe lässt so viele verschiedene Gesänge erklingen wie die Heuschrecken, die eine unglaubliche Vielfalt bei der Lauterzeugung entwickelt haben.


Heuschrecken werden zunächst grob in Lang- und Kurzfühlerschrecken unterschieden. Selbst für Insektenlaien ist schnell erkennbar, zu welcher Schreckenart ein Exemplar gehört, denn die Fühler der Langfühlerschrecken sind oft länger als der ganze restliche Körper. Bei den Kürzfühlerschrecken dagegen sind die Fühler höchstens halb so lang wie der Heuschreckenkörper, mitunter sogar noch kürzer. Die Heuschrecken lassen sich noch einmal in Unterordnungen, Familien und Unterfamilien aufteilen.


Zu den Langfühlerschrecken gehören unter anderem die Grillen und die Laubheuschrecken wie etwa das Heupferd. Das Grüne Heupferd ist ab Mitte Juli oft rund um Haus und Garten zu sehen, aber vor allem zu hören, manchmal bis in den November hinein. Es ist mit rund vier Zentimetern Körperlänge eine der größten heimischen Heuschrecken. Mit seinen langen Flügeln von bis zu fünf Zentimetern ist es ausgesprochen mobil, kann sehr gut klettern und springen und einige hundert Meter weit fliegen. Sein lauter, etwas zerhackter Schwirrgesang ist gut 50 Meter weit zu hören, denn nachts singt es oft von Bäumen herab. Das Grüne Heupferd ernährt sich hauptsächlich von kleinen Tieren wie Fliegen, Raupen und Blattläusen und ist daher ein ausgesprochen nützlicher Mitbewohner.


Anders verhält es sich mit dem Heimchen. Diese bis zwei Zentimeter große Grille lebt größtenteils in Gebäuden, im Sommer auch auf Freiluftplätzen wie Müllplätzen und Kompostierungsanlagen. Doch als Abfälle liebender Allesfresser geht das Heimchen auch an Küchenvorräte und wird deshalb in Hotels und Großküchen intensiv bekämpft.


Zu den Kurzfühlerschrecken gehören die zahlreichen Grashüpfer, darunter der fast flugunfähige Feld-Grashüpfer (Chorthippus apricarius). Diese Art war früher auf Feldern relativ häufig, wurde aber in den vergangenen Jahrzehnten durch die intensive Landwirtschaft stark dezimiert und gilt mittlerweile als gefährdet. Weil sein Gesang an eine schnaufende Dampflok erinnert, heißt er in Holland auch „Locomotiefje“.


Der Großteil der weltweit verbreiteten Kurzfühlerschrecken ist dagegen weitgehend geräuschlos. Bei der Balz zeigen sie stattdessen optische Signale, beispielsweise bunte Hinterbeine, Antennen oder die Flügel.
Die engsten Verwandten der Heuschrecken sind die Ohrwürmer und die Schaben sowie die Fangschrecken, zu denen die Gottesanbeterin gehört.



 
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